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Philharmonisches Kammerorchester Berlin

Michael  Zukernik
 
 

Internationale Meisterklassen im Orchesterdirigieren

Noten

JORMA PANULA Biographie

 

Jorma Panula

Jorma Panula

Jorma Panula

Sie haben schon ein halbes Jahrhundert lang Dirigenten ausgebildet. Haben sich Ihre Lehrmethoden zwischenzeitlich verändert?

„Ich hatte ursprünglich überhaupt keine Methode. Jeder Schüler ist ein Individuum. Man verfolgt eine Weile, in welche Richtung er sich entwickelt. Ich möchte nicht, daß man den Schülern nachträglich die Art der Ausbildung anhört: Der da stammt eindeutig aus der Panula-Schule. Nein, jeder soll nach eigenem Gusto Musik machen, die Technik ist dabei nur ein Hilfsmittel. Ein Dirigent muß in jeder Situation souverän über seine Mittel verfügen können. Wenn eines versagt, muß ein anderes her. Jeder hat seine eignen Mittel und Wege, er muß sie nur erst finden. Man muß erst ins Wasser springen, um schwimmen zu lernen. Ich werfe erst dann den Rettungsring, wenn der Anfänger unterzugehen droht”, lacht Panula.

Geradezu als eine Sensation schlug der Panula-Zögling Sakari Orama ein, den die Philharmonie von Birmingham als Nachfolger von Sir Simon Rattle erkor. „Das wundert mich überhaupt nicht. Sakari ist ein großartiger Musiker, das ist mir schon als Kapellmeister des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters aufgefallen. Er ist ein offener, ehrlicher und einnehmender Mensch. Allem zugrunde liegt natürlich sein profundes Können. Sakari Oramos Höflichkeit ist außerdem echt. Das spürt man, denn gut erzogene Heuchler gibt es zuhauf. Kapellmeister können sich nicht mehr aufführen wie seinerzeit Fabrikherren.

Von diesem Typ sind immer noch haarsträubende Geschichten im Umlauf. So pflegte der grummelnde und fluchende Paul Kletski seine Musiker halb zu Tode zu erschrecken: 'Verdammt noch mal! Wenn du weiterhin falsch spielst, rufe ich deine Witwe an!'

Das ist heute nicht mehr drin. Zu dem Orchester muß man eine sympathische, aber zielstrebige Beziehung herstellen. Doch Speichelleckerei kommt bei mir nicht an, auch wenn das einzelne immer wieder versuchen. Ergebnisse werden im Teamwork erarbeitet, wobei jedoch kein Zweifel aufkommt, wer letztlich den Takt bestimmt. Oramo verfügt über die nötige natürliche, wesenseigene Autorität.”

Orchester wählen ihre Dirigenten oft für lange Vertragsspannen aus. Wie verhält es sich mit der Behauptung, daß ein Kapellmeister seinem Orchester ein charakteristisches Kolorit mitgibt?

„Da ist noch immer etwas dran. Doch unter Leitung eines Gastdirigenten spielt ein Orchester - schlecht oder recht - immer anders. Spitzenorchester haben ein eindeutig spezifisches Kolorit. Das ist zum Beispiel für das Cleveland-Orchester zum Markenzeichen geworden. Die Berliner Philharmoniker spielen Jahrzehnt um Jahrzehnt auf die gleiche Weise.

Daran hat niemand etwas zu ändern vermocht. Der Karajan- Sound bricht sich noch immer Bahn wie ein Panzer. Erst Claudio Abbado ist es gelungen, das großartige Orchester etwas in seinem Sinne zu beeinflussen.” „Statt nur die Charakteristika eines Orchesters zu erforschen, sollte man auf die Stimme des Komponisten hören.

Esa-Pekka Salonen erzählte mir, daß er einmal - und danach nie wieder - versucht hat, den Berlinern mit Nielsen zu kommen. Daraus ist nichts geworden, das Orchester spielte unentwegt Karajan. Inzwischen hat es sich langsam herumgesprochen, daß die Musik wichtiger ist als das Orchester.”

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Quelle: http://www2.siba.fi/Tapahtuu/Orchestra/panula.html

 

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