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Philharmonisches Kammerorchester Berlin

Michael  Zukernik
 
 

Internationale Meisterklassen im Orchesterdirigieren

Noten


JORMA PANULA Biographie

 

Jorma Panula

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„Diese Entwicklung sieht oder hört man auch den gewählten Tempi an. Jungdirigenten agieren im allgemeinen so ungestüm, daß die Musik nicht richtig rüberkommt. Auch junge Komponisten - von älteren ganz zu schweigen - wünschen sich ihre Musik oft in einem getrageneren Tempo als ein junger Dirigent dazu Geduld aufbringt”.

Das kann ich als Laie nachvollziehen. Als ich im Autoradio Sibelius' Finlandia hörte - eine sinfonische Dichtung, die jeder Finne kennt -, war das Tempo so stürmisch, daß mir schwindelte. So dirigiert kein Finne die Finlandia, dachte ich. Denkste. Es stellte sich heraus, daß es sich um eine ältere Aufnahme mit dem schwedischen Rundfunk- Sinfonie-Orchester unter Leitung des Finnen Esa-Pekka Salonen handelte. Der damals 27jährige Salonen wurde 1985 als Generalmusikdirektor des Orchesters bestallt.

„Sowas kann passieren und passiert noch immer. Beim Festkonzert zum 60. Geburtstag von Präsident Martti Ahtisaari dirigierte Jukka-Pekka Saraste die obligate Finlandia. Die rauschte in weniger als sieben Minuten vorbei. Das war meiner Meinung nach eher eine Finlandietta als die Finlandia”.

„Die Wahl des Tempos sagt über den Orchesterleiter viel aus. Es gibt auch gegenteilige Beispiele. Einmal habe ich gehört, wie Leonard Bernstein Mahler dirigierte. Die Musik schleppte sich nur so dahin. Als ob er zu abgeschlafft wäre, das Orchester hinter sich herzuziehen. Bernstein war damals wohl nicht ganz in Hochform”. Erinnert sich Panula, der als Interpret von Mahler- und Bruckner-Sinfonien viele Lorbeeren geerntet hat.

Jorma Panula mag jede Art guter Musik. Er hat selbst Opern und Musicals komponiert, Volksmusik arrangiert und auch ein paar Schlager geschrieben. „Wer über Tanzmusik redet, sollte auch tanzen können. Ansonsten sind Walzer und Tangos viel zu schnell. Oder nehmen wir Tschaikowskis Walzer. Damals trugen die Damen lange Röcke, die Offiziere Stiefel und kiloschwere Epauletten auf den Schultern. Getanzt wurde in großen Ballsälen. Dies zwang zu einem gemächlichen Tempo. Das sollte man nicht vergessen, wenn man das vom Komponisten intendierte Tempo einhalten möchte. Auf der anderen Seite steht der französische Musette-Walzer, der ein viel flotteres Tempo vorlegt. Ein Tanzmusiker kennt sich in diesen Dingen oft besser aus als ein Sinfoniendirigent.”

Ist es für einen Dirigenten nützlich, wenn er selbst komponiert? Auch Esa-Pekka Salonen komponiert.

„Ja, und viele andere finnische Dirigenten wie Leif Segerstam auch. Weitere Beispiele sind Mahler, Bernstein, und Richard Strauss. Wenn man selbst komponiert, lernt man das Gleichgewicht zwischen den Instrumenten des Orchesters richtig abzuschätzen. Komponisten sind sich dessen stets bewußt, und das sollten auch Dirigenten sein. Dadurch kann das Orchester genau das Kolorit treffen, das der Komponist vorgegeben hat. Komponieren, und natürlich auch Arrangieren, ist ungeheuer lehrreich für Dirigenten.”

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Quelle: http://www2.siba.fi/Tapahtuu/Orchestra/panula.html

 

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