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seiner über fünfzig Jahre langen Musikerlaufbahn
hat Jorma Panula renommierte Orchester in Europa, Amerika
und Asien dirigiert.
In
Finnland schwang er als Kapellmeister in Theatern und
in der Oper den Taktstock, bevor er die Leitung von Sinfonieorchestern
übernahm. Er fungierte von 1965-72 als Chefdirigent
der Philharmonie Helsinki, wonach er für drei Jahre
die Philharmonie Århus übernahm. Ganze zwanzig
Jahre dauerte die Professur für Orchesterleitung
an der Sibelius-Akademie, die er 1973 antrat. Zudem war
er als Professor am Konservatorium in Stockholm und dem
Königlichen Konservatorium in Dänemark tätig.
Als Lehrer genießt Jorma Panula einen legendären
Ruf - weltweit.
Der
Maestro wohnt in einer Gartenvorstadt Helsinkis. Vom Meer
her streicht eine milde Brise über die Blumen auf
dem Hof.
Panula
kann und will seine Herkunft aus der Provinz Österbotten
nicht verleugnen. Die ausdrucksstarke österbottnische
Mundart ist für diesen Kosmopoliten ein ureigenes
Idiom, die Nationaltracht seiner Heimat
kleidet ihn trefflich. Der Mann ist ersichtlich stolz
auf seine Herkunft.
Ein
paar graue Haare an den Schläfen sind nicht zu übersehen,
doch der jugendhafte schelmische Ausdruck in den blauen
Augen des Maestros ebenfalls nicht. Wie ist es zu erklären,
daß die großen Dirigenten früher fast
ausnahmslos betagte Grandseigneurs waren und heute junge
Stardirigenten in den Musikzentren der Welt den Ton angeben?
„Stars
und Sterne. Heute herrscht allerorten ein allgemeiner
Jugendlichkeitsboom. Das ist verdammt gefährlich.
Sterne können rasch ausbrennen. Und schuld daran
sind die geldgierigen Agenten. An jungen, gewieft vermarkteten
Talenten lassen sich hübsche Provisionen verdienen.
Wenn man den Jungs vom Start weg Engagements bei Spitzenorchestern
verspricht, geraten sie leicht ans Gängelband der
Agenten.”
„Das
Idealalter eines Dirigenten ist nahe an die achtzig. Dann
ist er langsam soweit, daß er sein Metier beherrscht.
Die Alten haben mehr Erfahrung, und wenn ich das abgenutzte
Wort gebrauchen darf: Sie genießen Autorität.
Dirigenten zeichnen sich per se durch einen Führungshabitus
aus”. Sagt Panula allen Ernstes, gibt sich einen
Ruck und zwinkert mir dabei zu. |